Vortrag „Der Diskurs um weibliche* Homosexualität in der DDR-Sexualwissenschaft und dessen politischen Konsequenzen“
Offen für FLINTA* (Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen)
Der Oktober steht im Zeichen unserer L*Ost DDR Veranstaltungsreihe. Am 24.10. freuen wir uns auf Maria Bühners Vortrag "Der Diskurs um weibliche* Homosexualität in der DDR-Sexualwissenschaft und dessen politischen Konsequenzen" und Gespräch mit Zeitzeugin.
Der Blick in den sexualwissenschaftlichen Diskurs zu queeren Sexualitäten und Geschlechteridentitäten in der DDR zeigt eine Verschiebung von Pathologisierung hin zu Normalisierung. Während in der frühen DDR Ideen von „Perversion“ und „Krankheit“ im Vordergrund standen, die sich in einen entsprechend disziplinierenden Umgang übersetzten, zeichnen sich in den 1970er Jahren neue Ideen von Homosexualität als „Variante“ der Sexualität ab. Diese spielen neben der Lesben- und Schwulenbewegung eine wichtige Rolle für den veränderten politischen Umgang mit Homosexualität in der 2. Hälfte der 1980er Jahre. Dieser zeigt sich 1988 in der vollständigen Entkriminalisierung von Homosexualität. Diese komplexen Entwicklungen werden anhand von Material wie Psychiatrieakten, sexualwissenschaftlichen Studien und Aufklärungsliteratur anschaulich dargestellt. Der Fokus liegt auf weiblicher* Homosexualität, aber auch Transgeschlechtlichkeit wird näher betrachtet.
Als Zeitzeugin begrüßen wir Carola Güldner, die über ihre Erfahrung der Unterdrückung berichtet, die sie als Lesbe und Rebellin im familiären Umfeld und durch das DDR-Staatssystem erlitten hat.
Maria Bühner ist Doktorandin am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig. Sie forscht seit einigen Jahren zur Subjektivierung von weiblichen* Homosexualitäten in Ostdeutschland und der DDR (1945-1994) und legt zu diesem Thema in diesem Jahr ihre Promotion vor. Sie hat unter anderem Kulturwissenschaften in Leipzig und London studiert und als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Leipzig und dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden gearbeitet.
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